Gedenkstele für Clara Immerwahr beschlossen

Clara Immerwahr (1870-1915)

Im heutigen Kulturausschuss des Bezirks wurde einstimmig beschlossen, eine Infostele für Clara Immerwahr am Ort ihres Selbstmordes in Dahlem zu errichten

Clara Immerwahr wurde 1900 als erste Frau an der Universität Breslau promoviert, 1901 heiratete sie den Chemiker Fritz Haber und bekam mit ihm 1902 einen Sohn. 1910 übersiedelte die junge Familie nach Berlin-Dahlem, wo Fritz Haber mit Übernahme des Direktorats des Instituts für Physikalische  Chemie die dortige Dienstvilla zustand.

1914 schließlich ließ sich Fritz Haber zur Armee einberufen und übernahm mit seinem Institut die Verantwortung für das Kampfgaswesen des Kaiserreichs, was Clara als “Perversion der Wissenschaft” betrachtete.

Am 22. April 1915 kam es dann bei der zweiten Flandernschlacht zum Einsatz von 150 Tonnen Chlorgas nach dem Haberschen Fertigungsverfahren – Fritz Haber wohnte diesem Einsatz persönlich bei und betrachtete ihn als Erfolg; bei seiner Rückkher nach Dahlem gab es sogar eine Feier dieses Erfolges. Dies muss die zutiefst humanistisch eingestellte Menschen- und Frauenrechtlerin Clara zutiefst erschüttert haben, so dass sie am nächsten Morgen den Freitod wählte. Bisher weist darauf nur ein kleiner Gedenkstein im Garten der Villa hin.



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Über Carsten Berger

Mitarbeiter der BVV Steglitz-Zehlendorf für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Mitglied Kulturausschuss Steglitz-Zehlendorf, Herausgeber KulturInSZ.de Kontakt: info[at]KulturInSZ.de, Twitter: @KulturInSZ
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