{"id":16206,"date":"2025-11-08T09:00:41","date_gmt":"2025-11-08T08:00:41","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturinsz.de\/cms\/?p=16206"},"modified":"2025-11-08T09:37:11","modified_gmt":"2025-11-08T08:37:11","slug":"jahrestag-der-reichsprogromnacht-am-9-november","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturinsz.de\/cms\/politik\/jahrestag-der-reichsprogromnacht-am-9-november\/","title":{"rendered":"Jahrestag der Reichsprogromnacht am 9. November"},"content":{"rendered":"<div><strong><em>Anl\u00e4sslich des Jahrestages der Reichsprogromnacht am 9. Novemberwird es im Bezirk einige Stolpersteinverlegungen und eine Kranzniederlegung an der Spiegelwand geben:<\/em><\/strong><\/div>\n<div><\/div>\n<div><strong><a href=\"https:\/\/kulturinsz.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/demnig-e1447959451476.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5866\" src=\"https:\/\/kulturinsz.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/demnig-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" \/><\/a>8.11.25<\/strong><\/div>\n<div><strong>14:00-14:30h<\/strong><\/div>\n<div><strong>Stolpersteinverlegung f\u00fcr Gerhard Borchardt<\/strong><\/div>\n<div>Halskestr 14, Steglitz<\/div>\n<div>Die Stolperstein-Initiative der Markusgemeinde schreibt dazu:<\/div>\n<div><em>&#8220;Seit mehr als zw\u00f6lf Jahren liegen vor dem Haus der Halskestra\u00dfe 14 drei Stolpersteine: f\u00fcr Grete Borchardt, f\u00fcr ihre Schwiegertochter Hildegard Borchardt und f\u00fcr ihren Sohn Gerhard Borchardt. Alle drei, so ist den Inschriften zu entnehmen, wurden im Holocaust von den Nationalsozialisten ermordet, Grete Borchardt in Riga, Hildegard und Gerhard Borchardt in Auschwitz. Doch Gerhard Borchardt kam nicht in Auschwitz um. Er hat den Holocaust \u00fcberlebt. Dies ist seine Geschichte: Am 27. Februar 1943 wurde Gerhard Borchardt im Rahmen der Fabrikaktion an seinem Arbeitsplatz im Wernerwerk der Siemens &amp; \u00a0Halske AG verhaftet und mit dem 32. Ost-Transport am 2. M\u00e4rz 1943 nach Auschwitz deportiert. Dort wurde er als arbeitsf\u00e4hig eingestuft und zur Zwangsarbeit gezwungen. Als die SS das Konzentrationslager im Januar 1945 \u00fcbereilt r\u00e4umte, wurden Gerhard Borchardt und mit ihm mehr als 56.000 noch arbeitsf\u00e4hige H\u00e4ftlinge auf Todesm\u00e4rsche in andere Lager im Reichsinneren getrieben. Am 26. Januar 1945 kam er im Konzentrationslager Buchenwald an. Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Doch Gerhard Borchardts Leiden fand noch kein Ende. Anfang April 1945 wurden die noch verbliebenen rund 50.000 H\u00e4ftlinge aus Buchenwald auf weitere Todesm\u00e4rsche geschickt. So erreichte Gerhard Borchardt Mitte April das Au\u00dfenlager Allach des KZ Dachau. Am 11. April 1945 befreiten US-amerikanische Truppen das Konzentrationslager Buchenwald. Gerhard Borchardt aber musste noch mehr als zwei Wochen Zwangsarbeit leisten, bis am 30. April 1945 auch das Au\u00dfenlager Dachau-Allach von US-amerikanische Truppen befreit wurde.Er \u00fcberlebte den Holocaust und emigrierte 1949 zu seinen Br\u00fcdern in die USA&#8221;.<\/em><\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<div><\/div>\n<div><strong>8.11.25<\/strong><\/div>\n<div><strong>15:00-16:00h<\/strong><\/div>\n<div><strong>Stolpersteinverlegung f\u00fcr K\u00e4the Singer<\/strong><\/div>\n<div>Am Stadtpark 3, Steglitz<\/div>\n<div>Die Stolperstein-Initiative der Markusgemeinde schreibt dazu:<\/div>\n<div><em>&#8220;Seit mehr als elf Jahren liegt vor dem Haus Am Stadtpark 3 ein Stolperstein f\u00fcr Ida Johanna Singer. Er tr\u00e4gt die Inschrift \u201eVOR DER DEPORTATION &#8211; FLUCHT&#8221;. Heute wissen wir, dass bereits wenige Tage bevor Ida Singer keinen anderen Ausweg mehr sah, als in den Tod zu fliehen, sich auch ihre Tochter K\u00e4the Singer in einer f\u00fcr sie ausweglosen Situation f\u00fcr die extremste Form der Flucht &#8211; die Flucht in den Tod &#8211; entschieden hatte. K\u00e4the Singer kam am 27. November 1905 als einziges Kind des gutsituierten j\u00fcdischen Ehepaars Ida und Richard Singer in Chemnitz zur Welt. Richard Singer war Kaufmann in der Eisen- und Metallhandlung L\u00f6ser Isaak Joachimsthal, die Idas Vater geh\u00f6rte. Als Anfang der 1920er Jahren das Gesch\u00e4ft in die L. J. Joachimsthal Aktiengesellschaft \u00fcberf\u00fchrt wurde, waren K\u00e4thes Eltern, neben ihrem Gro\u00dfvater und Onkel als deren Gr\u00fcnder im Handelsregister eingetragen. 1923 erwarb Richard Singer das s\u00fcdlich des Steglitzer Stadtparks neu erbaute Mehrfamilienhaus Am Stadtpark 3 und die Familie zog nach Berlin. Als er 1925 starb, wurde Ida Singer alleinige Eigent\u00fcmerin des Hauses. \u00dcber das Leben von K\u00e4the Singer ist nur wenig bekannt. Sie machte eine Ausbildung am Pharmazeutischen Institut der Universit\u00e4t Berlin, blieb wohl unverheiratet und wohnte in den 1930er Jahren einige Zeit in Cottbus. Wann und warum sie wieder zu ihrer Mutter nach Steglitz zog, ist uns nicht bekannt. Im Rahmen der \u201aFabrikaktion\u2018 wurde K\u00e4the Singer am 27. Februar 1943 an ihrem Arbeitsort festgenommen und in der als Sammellager genutzten Fahrzeughalle der Hermann G\u00f6ring Kaserne im Wedding inhaftiert. Noch am Abend des selben Tages floh sie dort in den Tod. Ihr Name wurde von der Deportationsliste des 31. Osttransports gestrichen, mit dem am 1. M\u00e4rz 1943 \u00fcber 1.700 Menschen nach Auschwitz deportiert wurden. Nur wenige Tage sp\u00e4ter nahm sich am 2. M\u00e4rz 1943 Ida Singer in ihrer Wohnung Am Stadtpark 3 das Leben. Mit der Verlegung am 8. November 2025 erinnern nun zwei Stolpersteine an das traurige Schicksal von Ida und K\u00e4the Singer&#8221;<\/em><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div><strong>9.11.25<\/strong><\/div>\n<div><strong>12:45h<\/strong><\/div>\n<div><strong>Stolpersteinverlegung f\u00fcr Familie Gradwitz<\/strong><\/div>\n<div>Schlossstra\u00dfe 28, Steglitz<\/div>\n<div>(vor der Fielmann-Filiale)<\/div>\n<div>Der Tagesspiegel-Newsletter schreibt dazu:<\/div>\n<div>&#8221; Vor der Schlo\u00dfstra\u00dfe 28, heute befindet sich dort unter anderem eine Fielmann-Filiale, werden Gedenksteine an die Mitglieder der Familie Gradenwitz erinnern, die dort seit 1904 gewohnt haben. Mutter Martha Gradenwitz starb 1942, Tochter Gertrud wurde in Auschwitz ermordet. Die T\u00f6chter Elsa und Herta flohen mit ihren Familien nach Bolivien. Organisiert wird die Verlegung der sieben Steine vom Evangelischen Kirchenkreis Steglitz; bei der Veranstaltung tragen unter anderem Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der Evangelischen Schule Steglitz die Lebenswege und Schicksale der Familienmitglieder vor&#8221;. (<a href=\"https:\/\/leute.tagesspiegel.de\/steglitz-zehlendorf\/macher\/2025\/11\/06\/435454\/9-november-wo-an-die-opfer-der-pogrome-gegen-juden-und-juedinnen-erinnert-wird\/?utm_source=TS-Leute&amp;utm_medium=link&amp;utm_campaign=leute_newsletter&amp;bezuggrd=LEU&amp;utm_referrer=newsletter&amp;utm_source=leute-steglitz-zehlendorf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/leute.tagesspiegel.de\/steglitz-zehlendorf\/macher\/2025\/11\/06\/435454\/9-november-wo-an-die-opfer-der-pogrome-gegen-juden-und-juedinnen-erinnert-wird\/?utm_source=TS-Leute&amp;utm_medium=link&amp;utm_campaign=leute_newsletter&amp;bezuggrd=LEU&amp;utm_referrer=newsletter&amp;utm_source=leute-steglitz-zehlendorf<\/a>)<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div><strong>9.11.25<\/strong><\/div>\n<div><strong>15:00h<\/strong><\/div>\n<div><strong>Kranzniederlegung an der Spiegelwand auf dem Hermann-Ehlers-Platz zum Jahrestag der Reichsprogromnacht<\/strong><\/div>\n<div><a href=\"https:\/\/www.berlin.de\/ba-steglitz-zehlendorf\/aktuelles\/pressemitteilungen\/2025\/pressemitteilung.1606248.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.berlin.de\/ba-steglitz-zehlendorf\/aktuelles\/pressemitteilungen\/2025\/pressemitteilung.1606248.php<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich des Jahrestages der Reichsprogromnacht am 9. 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