{"id":3373,"date":"2013-09-26T14:31:21","date_gmt":"2013-09-26T12:31:21","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturinsz.de\/cms\/?p=3373"},"modified":"2013-09-27T00:37:55","modified_gmt":"2013-09-26T22:37:55","slug":"10-fragen-an-cerstin-richter-kotowski-kulturstadtratin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturinsz.de\/cms\/aktuelles\/10-fragen-an-cerstin-richter-kotowski-kulturstadtratin\/","title":{"rendered":"10 Fragen an\u2026. Cerstin Richter-Kotowski (Kulturstadtr\u00e4tin)"},"content":{"rendered":"<p><b><i><a href=\"http:\/\/kulturinsz.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Ri-Ko_aktuell.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-3376\" alt=\"Ri-Ko_aktuell\" src=\"http:\/\/kulturinsz.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Ri-Ko_aktuell-204x300.jpg\" width=\"204\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/kulturinsz.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Ri-Ko_aktuell-204x300.jpg 204w, https:\/\/kulturinsz.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Ri-Ko_aktuell-699x1024.jpg 699w, https:\/\/kulturinsz.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Ri-Ko_aktuell.jpg 1117w\" sizes=\"(max-width: 204px) 100vw, 204px\" \/><\/a>Cerstin Richter-Kotowksi (CDU) ist 1962 geboren, studierte Juristin. Seit 2006 ist sie Stadtr\u00e4tin f\u00fcr Bildung, Kultur und B\u00fcrgerdienste in Steglitz-Zehlendorf und seit 2011 auch f\u00fcr die Bereiche Schule und Sport zust\u00e4ndig.<\/i><\/b><\/p>\n<p><b>KulturInSZ.de: Was war in Ihrer bisherigen Amtszeit besonders wichtig?<\/b><\/p>\n<p>Die R\u00fcckverlagerung der <a href=\"http:\/\/kulturinsz.de\/cms\/aktuelles\/events\/ausstellung-kunst-visite-malerei-und-fotografie\/\">Gro\u00dfen Kunstausstellung<\/a> dieses Jahr wieder in die Charit\u00e9 &#8211; das ist ein wichtiger Punkt, dass das wieder so <!--more-->stattfindet, weil sie im Rathaus Zehlendorf nicht optimal untergebracht war. Da bin ich sehr froh, da gab es viele Verhandlungen. Das ist nun gegl\u00fcckt und ich finde auch den Titel sch\u00f6n: \u201eKunst-Visite\u201c. Das Zweite ist und bleibt die weitere finanzielle Absicherung des <a title=\"Haus am Waldsee\" href=\"http:\/\/kulturinsz.de\/cms\/orte\/museen\/haus-am-waldsee\/\">Hauses am Waldsee<\/a> \u00fcber die zwei S\u00e4ulen Spenden\/F\u00f6rderverein, Institutionelle F\u00f6rderung durch den Bezirk. Dort ist es gegl\u00fcckt, f\u00fcr 2014\/15 eine F\u00f6rderung durch den Senat zu avisieren. Das m\u00f6chte ich verst\u00e4tigen &#8211; es gibt auch schon Pl\u00e4ne f\u00fcr einen Erweiterungsbau dort. Das Dritte ist das <a title=\"Schlosspark Theater\" href=\"http:\/\/kulturinsz.de\/cms\/orte\/theater\/schlosspark-theater\/\">Schlossparktheater<\/a>. Ich liebe Paris, aber hier in Berlin, finde ich, sollte man sich dazu bekennen, dass Kunst und Kultur nicht nur in den gro\u00dfen H\u00e4usern in der Mitte der Stadt stattfindet. Eine kurzfristige F\u00f6rderung \u00fcber Lotto-Mittel ist hier zwar richtig, aber dauerhaft der falsche Weg\u2026 das klarzumachen, ist einer meiner Schwerpunkte. Ich w\u00fcnsche mir auch eine kulturelle Nachnutzung der <a title=\"Staatliche Museen Dahlem\" href=\"http:\/\/kulturinsz.de\/cms\/orte\/museen\/staatliche-museen-dahlem\/\">Dahlemer Museen<\/a>, keine Hotelkomplexe. Die Stiftung Preu\u00dfischer Kulturbesitz darf sich hier nicht aus der Verantwortung stehlen.<\/p>\n<p>Und last, but not least: die Grabertstra\u00dfe. Das Geb\u00e4ude der <a title=\"Leo-Borchard-Musikschule\" href=\"http:\/\/kulturinsz.de\/cms\/orte\/musikschulen\/leo-borchard-musikschule\/\">Musikschule<\/a> dort wieder im Bewusstsein der Bev\u00f6lkerung zu haben. Das ist ein Kleinod, das es gilt zu bewahren &#8211; auch mit dem Schwerpunkt musikalische Fr\u00fcherziehung.<\/p>\n<p><b><b>KulturInSZ.de:<\/b> Was waren f\u00fcr Sie pers\u00f6nlich besonders herausragende Momente?<\/b><\/p>\n<p>Da gab es viele &#8211; in der j\u00fcngsten Vergangenheit fand ich besonders sch\u00f6n das Konzert der G\u00e4ste aus Zugl\u00f3 in Zusammenarbeit mit der <a title=\"Liebermann-Villa\" href=\"http:\/\/kulturinsz.de\/cms\/orte\/museen\/liebermann-villa\/\">Liebermann-Villa<\/a>: der bl\u00fchende Garten, die Musik dazu und dahinter die Segelschiffe\u2026<\/p>\n<p>Ich hoffe auch, dass es mir gelingt, die Rathauskonzerte wieder aufleben zu lassen.<\/p>\n<p><b><b>KulturInSZ.de:<\/b> Wie sch\u00e4tzen Sie die Kulturszene des Bezirkes ein?<\/b><\/p>\n<p>Sehr lebendig, sehr breit. Wir haben viele renommierte K\u00fcnstler, die im Bezirk wohnen &#8211; von Bildhauern bis zu neuer Musik. Ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass Steglitz-Zehlendorf nicht nur als Wohnort, sondern auch als \u201cLebensort\u201d wahrgenommen wird.<\/p>\n<p><b><b>KulturInSZ.de:<\/b> Welche Schwerpunkte haben Sie f\u00fcr die Zukunft?<\/b><\/p>\n<p>Neben der Grabertstra\u00dfe nat\u00fcrlich auch das Angebot der Volkshochschule im Haus der Weiterbildung in der Goethestra\u00dfe. Dort sind viele Ideen, wie z.B. Kooperationsangebote, junge Menschen weiter zu qualifizieren&#8230; Es geh\u00f6ren nat\u00fcrlich auch die Bibliotheken dazu, nicht nur die <a title=\"Ingeborg-Drewitz-Bibliothek\" href=\"http:\/\/kulturinsz.de\/cms\/orte\/bibliotheken\/ingeborg-drewitz-bibliothek\/\">Ingeborg-Drewitz-Bibliothek<\/a>. Da gilt es, das Angebot weiter zu entwickeln. Die Mitarbeiter haben hier viele, viele Ideen. Hier gibt es auch die Musikbibliothek, wo schon jetzt auch die \u00dcbungsr\u00e4ume genutzt werden. Die <a title=\"Gottfried-Benn-Bibliothek\" href=\"http:\/\/kulturinsz.de\/cms\/orte\/bibliotheken\/gottfried-benn-bibliothek\/\">Gottfried-Benn-Bibliothek<\/a> soll behindertengerecht ausgebaut werden und mit einem einen 24-Stunden-R\u00fcckgabeschalter versehen werden. Oft vergessen wird auch, dass die Fahrbibliothek Ausleihzahlen in der selben H\u00f6he wie die Kiezbibliothek hat. Ferner die Anbindung des Blindenmuseums und der Blindenbibliothek, eine Braille-Bibliothek.,. Diese wollen wir an die Ausleihe anschlie\u00dfen. Da gibt es echte Sch\u00e4tze, die noch gezeigt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b><b>KulturInSZ.de:<\/b> Welche Bedeutung hat f\u00fcr Sie die freie Szene?<\/b><\/p>\n<p>Ich bilde mir ein, dass wir eine haben. Allerdings gibt es hier strukturelle Unterschiede zu anderen Bezirken: wir haben keine riesigen Freifl\u00e4chen, stillgelegte Schulen oder Industriebauten, wo sich so etwas traditionell entwickelt. Bildende Kunst in Einfamilienh\u00e4usern haben wir aber eine ganze Menge.<\/p>\n<p><b><b>KulturInSZ.de:<\/b> Wie stehen Sie zu den Musikschul-Dozentengeh\u00e4ltern?<\/b><\/p>\n<p>Ich habe es immer so vertreten, dass wir hier in Steglitz-Zehlendorf nichts anderes machen, als was berlinweit vom Senat vorgegeben wird. Insgesamt meine ich, dass es an der Zeit ist, sich mit der Honorarstruktur von Musikern auseinanderzusetzen. Da ist vieles tradiert worden und man muss diskutieren, ob der Weg, der in Berlin (West) in den 80er Jahren gegangen worden ist, heute noch richtig ist. Ich stehe dazu: f\u00fcr mich ist ein fest angestellter Musikschullehrer kein besserer, als jemand, der als Honorarkraft bei uns eingestellt ist. Ich mache da keinen Unterschied. Man muss sich mit der Ausbildung, die heutige Musikschullehrer haben, mehr auseinandersetzen. Nat\u00fcrlich haben wir auch heute noch Honorarkr\u00e4fte, die keine k\u00fcnstlerische Ausbildung haben, aber wir haben auch Musikprofessoren dabei &#8211; und die kann ich nicht gleich behandeln. Dort muss man zu einer anderen Diskussion kommen: Ein Geigenprofessor muss f\u00fcr ein 6-j\u00e4hriges M\u00e4dchen nicht ideal sein. Er ist vielleicht in der Studienvorbereitung besser aufgehoben. Und jemand, der sagt, er k\u00f6nne mit kleineren Kindern besser umgehen, ist vielleicht dort besser aufgehoben. Man muss schauen, wen man wo einsetzt. Und je h\u00f6her qualifiziert &#8211; und dotiert- \u00a0muss er dann nat\u00fcrlich auch in passenden Regionen eingesetzt werden. Das ist eine Diskussion, die man f\u00fchren muss. Die bisherige Linie ist: so hoch qualifiziert wie m\u00f6glich. Ich halte das nicht f\u00fcr richtig, denn wir machen ja auch Unterschiede bei Grundschullehrern und Studienr\u00e4ten. So etwas kann sich ja auch an der Musikschule widerspiegeln.<\/p>\n<p><b><b>KulturInSZ.de:<\/b> Was wollen Sie dort konkret unternehmen? Sie sitzen selbst ja auch im Landesmusikschulbeirat? <\/b><\/p>\n<p>Das m\u00fcssen wir im n\u00e4chsten Jahr anpacken &#8211; unter dem Stichwort: \u201c Was ist mir kulturelle Bildung wert?\u201d- das ist eine Diskussion, die ich ansto\u00dfen m\u00f6chte. Ich habe da unter den Stadtr\u00e4ten auch Mitstreiter, mit denen wir dieses Thema sicher anpacken k\u00f6nnen. Dieses Jahr sind die Musikschulen allerdings mit der Umstellung auf die neuen Honorarvertr\u00e4ge ausgelastet.<\/p>\n<p><b><b>KulturInSZ.de:<\/b> Wie bewerten Sie die \u201cAV Honorare\u201d von Frau Scheeres?<\/b><\/p>\n<p>Die etwa 20 Euro\/Unterrichtsstunde sind ein reines Rechenschema gewesen und zun\u00e4chst einmal richtig. Ich meine aber, dass die Bemessungsgrundlage, die man gew\u00e4hlt hat, um das einzelne Honorar zu errechnen, nicht die richtige gewesen ist, weil man als Basis eine Dotierung im \u00d6ffentlichen Dienst genommen hat, die f\u00fcr Festangestellte gilt (Vc BAT). Diese hat man auf 30 Stunden heruntergerechnet und danach alles andere berechnet. Wenn jeder also volle 30 Stunden hat -und die Ferienzeiten sind dabei mit eingerechnet- dann kommt man zu dem Ergebnis, welches -wenn man die Bemessungsgrundlage anerkennt- richtig ist. Aber ein Gro\u00dfteil der Musiklehrer hat eben nicht die Sicherheit von 30 Stunden und da gilt: ich muss, wenn sie Selbst\u00e4ndige sind, sie auch wie Selbst\u00e4ndige behandeln, d.h. ich muss ihnen h\u00f6here Dotierungen geben, so dass sie Ausfallzeiten (also nicht Ferien, sondern z.B. Vertragsk\u00fcndigungen durch Sch\u00fcler) auffangen k\u00f6nnen. Das muss nicht ins Unermessliche steigen und auch eine Differenzierung z.B. nach Qualifikation muss vorgenommen werden. Es wurden zwar schon Versicherungsbetr\u00e4ge mit einberechnet, aber die Honorare sind meiner Meinung nach f\u00fcr Selbst\u00e4ndige nicht angemessen. Da hat sich in den letzten 30 Jahren viel ge\u00e4ndert: es sind heute Menschen, die davon leben. Fr\u00fcher war es oft ein Nebenjob f\u00fcr Angestellte im \u00d6ffentlichen Dienst.<\/p>\n<p>Hier muss eine lineare Anpassung auch \u00fcber Entgelte vorgenommen werden, aber wir m\u00fcssen dabei aufpassen, wenn private Musikschulen ihre Dienstleistungen billiger anbieten als die \u00f6ffentlichen: das Preisgef\u00fcge muss in etwa gleich bleiben. Es ist aber schon jetzt so, dass die \u00f6ffentliche Hand die Honorare der Musikschullehrer mitfinanziert.<\/p>\n<p><b><b>KulturInSZ.de:<\/b> Welche Tendenzen sehen Sie im bezirklichen Kulturbetrieb?<\/b><\/p>\n<p>Ich glaube, man muss nicht immer gro\u00dfartig etwas ver\u00e4ndern. Manchmal ist es auch gut, das, was man hat, zu behalten&#8230;und das ist -glaube ich- auch Aufgabe von Stadtr\u00e4ten, die Weiterentwicklung, wie sie von B\u00fcrgern und Mitarbeiten gefordert wird, zu begleiten. Und ich muss auch aufpassen, dass im Bereich Kultur nicht mehr und mehr eingespart wird.<\/p>\n<p><b><b>KulturInSZ.de:<\/b> Welche Musik h\u00f6ren sie aktuell, was lesen Sie?<\/b><\/p>\n<p>Das ist sehr breit. Ich h\u00f6re sehr gerne Unterhaltungsmusik, etwa Max Raabe. Aber auch gerne klassische Musik, zum Beispiel Vivaldi. Und selbst spiele ich Cello. Meine Entspannung finde ich in der K\u00fcche beim Kochen\u2026 und da laufen dann immer CDs dazu. Gelesen habe ich gerade das Buch von Ulrike Sterblich: \u201cKindheit in Berlin-West\u201d. Genauso gerne aber auch \u201cDie drei Musketiere\u201d und Biographien, in diesem Sommer \u201cLawrence von Arabien\u201d.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cerstin Richter-Kotowksi (CDU) ist 1962 geboren, studierte Juristin. Seit 2006 ist sie Stadtr\u00e4tin f\u00fcr Bildung, Kultur und B\u00fcrgerdienste in Steglitz-Zehlendorf und seit 2011 auch f\u00fcr die Bereiche Schule und Sport zust\u00e4ndig. 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