{"id":4813,"date":"2014-10-29T23:46:11","date_gmt":"2014-10-29T22:46:11","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturinsz.de\/cms\/?p=4813"},"modified":"2014-10-30T12:48:21","modified_gmt":"2014-10-30T11:48:21","slug":"projekt-stolpersteine-termine-streit-und-in-muenchen-gar-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturinsz.de\/cms\/aktuelles\/projekt-stolpersteine-termine-streit-und-in-muenchen-gar-nicht\/","title":{"rendered":"Projekt Stolpersteine: Termine, Streit und in M\u00fcnchen gar nicht&#8230;"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_4775\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/kulturinsz.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Foto-12.10.14-12-35-25.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4775\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-4775 size-medium\" src=\"http:\/\/kulturinsz.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Foto-12.10.14-12-35-25-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/kulturinsz.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Foto-12.10.14-12-35-25-300x225.jpg 300w, https:\/\/kulturinsz.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Foto-12.10.14-12-35-25-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4775\" class=\"wp-caption-text\">Stolpersteine bei uns im Bezirk (hier f\u00fcr Georg, Hedwig und Ilse Flatow an Ecke Lindenthaler Allee\/Niklasstra\u00dfe)<\/p><\/div>\n<p><em><strong>Zehn mal zehn Zentimeter Messing im Stra\u00dfenpflaster. Ein Name. Lebensdaten. Stichworte. Stumme Botschafter eines Schicksals der Verfolgung eines Menschen unter den Nazis. Das ist das Projekt &#8220;Stolpersteine&#8221; des K\u00f6lner K\u00fcnstlers Gunter Demnig. Ein erfolgreiches: In den 20 Jahren seines Bestehens sind ca. 48.000 Stolpersteine in Deutschland und 17 weiteren Staaten verlegt worden (<a href=\"http:\/\/taz.de\/Erinnerung-an-NS-Opfer\/!147981\/\" target=\"_blank\">laut taz<\/a>) &#8211; es d\u00fcrfte damit mit Abstand das raumgreifendste, gesamteurop\u00e4ische Kunstwerk der Erinnerungskultur sein.\u00a0<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Doch mittlerweile wird auch Kritik daran <!--more-->laut: Angeh\u00f6rige der Opfer, die auf den Stolpersteinen geehrt werden, beklagen, dass der Grund f\u00fcr Verschleppung und Tod in der Sprache der Nationalsozialisten angegeben ist &#8211; d.h. also zum Beispiel &#8220;Rassenschande&#8221;, wenn es sich um eine Beziehung j\u00fcdischer und nichtj\u00fcdischer Menschen handelte. Damit<\/p>\n<div style=\"width: 221px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/e\/e7\/Gunter_Demnig_03.JPG\/640px-Gunter_Demnig_03.JPG\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/e\/e7\/Gunter_Demnig_03.JPG\/640px-Gunter_Demnig_03.JPG\" alt=\"\" width=\"211\" height=\"297\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Gunter Demnig (Foto: Sigismund von Dobsch\u00fctz \/ Wikipedia)<\/p><\/div>\n<p>werde das Unrecht fortgesetzt und zementiert, so die Argumentation. Und Kritik wird in diesem Zusammenhang wohl auch am Umgang des K\u00fcnstlers mit diesen Einw\u00e4nden ge\u00e4u\u00dfert &#8211; arrogant nehme er sie gar nicht zur Kenntnis. Doch auf der anderen Seite: stellt eben die Verwendung der Originalsprache der Nazis sie damit als unmenschliche T\u00e4ter nicht auch gerade blo\u00df? Was sollte stattdessen auf den ja auch von der Gr\u00f6\u00dfe begrenzten Steinen stehen? Kann eine andere, breitere Erkl\u00e4rung dieselbe Wirkm\u00e4chtigkeit haben?<br \/>\nWie sollte man die in gro\u00dfer Menge verlegten Messing-&#8220;Steine&#8221; \u00e4ndern?<\/p>\n<p>Diese und andere Fragen m\u00fcssen in M\u00fcnchen vorerst nicht erwogen werden: in dessen Stadtgebiet liegt bisher kein einziger Stolperstein im \u00f6ffentlichen Stra\u00dfenland. Die Stadtv\u00e4ter haben sich bisher immer dagegen entschieden &#8211; insbesondere mit Bezug auf die Pr\u00e4sidentin der dortigen j\u00fcdischen Kultusgemeinde, Charlotte Knobloch. Ihr ist es ein Greuel, dass die Stolpersteine &#8220;im Dreck&#8221; liegen, mit F\u00fc\u00dfen getreten werden. Daher sieht sie darin kein w\u00fcrdevolles Gedenken.<\/p>\n<p>Auf welche Seite man sich auch immer stellen mag: schon alleine der Diskurs und die Besch\u00e4ftigung mit diesem Kunstwerk helfen, das Andenken aufrecht zu halten, die Botschaft buchst\u00e4blich die Stra\u00dfe zu tragen: &#8220;Nie wieder!&#8221; Und auch an diesem Wochende kann man in unserem Bezirk dieser Botschaft Nachdruck verleihen:<\/p>\n<p>Am 2.11.14 um 10 Uhr wird in der Ernst-Moritz-Arndt-Kirche, Onkel-Tom-Stra\u00dfe 80, ein Gottesdienst zu den Stolpersteinverlegungen gefeiert und im Anschluss an den Gottesdienst finden Stolpersteinverlegungen statt:<\/p>\n<p>vor dem Haus Wilkistra\u00dfe 52 B\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 f\u00fcr Hermann Gerber<br \/>\nvor dem Haus Eschershauser Weg 11\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 f\u00fcr Klara Durau<br \/>\nvor dem Haus Eschershauser Weg 15\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 f\u00fcr Anna Friedberg<br \/>\nvor dem Haus Am Fuchspass 36\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 f\u00fcr Bruno Goetz<br \/>\nvor dem Haus Argentinische Alle 40<br \/>\n(Krankenhaus Waldfrieden)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 f\u00fcr Elsbeth Krame<\/p>\n<p>Wer erfahren m\u00f6chte, ob in seiner Stra\u00dfe ebenfalls Menschen von den Nazis verschleppt und ermordet wurden und um eine Stolpersteinsetzung daher anzuregen, kann sich an den Arbeitskreis &#8220;Nationalsozialismus in Steglitz und Zehlendorf&#8221; beim Kulturamt wenden:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.kultur-steglitz-zehlendorf.de\/ueber_uns.html\" target=\"_blank\">www.kultur-steglitz-zehlendorf.de\/ueber_uns.html<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zehn mal zehn Zentimeter Messing im Stra\u00dfenpflaster. 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