Charlotte Ming und Yangkun Shi – Currents – Auf den Spuren der deutschen Kolonialvergangenheit in China

19.10.2025 - 21.12.2025
ganztägig
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Eine Ausstellung des Fachbereichs Kultur im Forschungscampus Dahlem
Lansstraße 8, 14195 Berlin
19. Oktober bis 21. Dezember 2025
Do 14-20 Uhr, So 11-18 Uhr, Eintritt frei
Eröffnung: Freitag, 17. Oktober 2025, 18 Uhr

Begrüßung: Prof. Dr. Alexis von Poser (Forschungscampus Dahlem), Dr. Christiana Brennecke (Fachbereich Kultur Steglitz-Zehlendorf)
Einführung in die Ausstellung: Dr. Christine Howald (Staatliche Museen zu Berlin) und Charlotte Ming (Künstlerin)

In Steglitz-Zehlendorf erinnern bis heute Straßennamen an die koloniale Vergangenheit Deutschlands. Das Straßendreieck Lans-, Taku- und Iltisstraße in Dahlem wurde 1906 in Erinnerung an die Beschießung der chinesischen Dagu-Forts durch das deutsche Kriegsschiff Iltis unter Kapitän Wilhelm Lans benannt. Der Angriff vom 17. Juni 1900 stand am Beginn des sogenannten „Boxerkrieges“ und bahnte einer multinationalen Interventionsarmee der Kolonialmächte den Weg nach Beijing.

Anlässlich der Ausstellung „umbenennen?!“, die noch bis zum 9. November im Gutshaus Steglitz zu sehen ist, eröffnen der Fachbereich Kultur und der Forschungscampus Dahlem mit der Ausstellungsintervention „Currents“ einen Raum für Diskussionen um dieses koloniale Erbe. Die gemeinschaftliche Arbeit von Charlotte Ming und Yangkun Shi beleuchtet die verborgene Geschichte des deutschen Kolonialismus in China durch einen interdisziplinären Ansatz, der Fotografie, Video, Schrift und Archivbilder kombiniert. Ihre Arbeit zeichnet die Hinterlassenschaften der Kolonialzeit in urbanen Landschaften von Qingdao bis Berlin nach und legt die vergessene Vergangenheit und die ihr zugrunde liegende Gewalt offen. Durch die Verflechtung persönlicher und historischer Erzählungen hinterfragen die Künstler*innen den kolonialen Blick und richten ihn neu aus, um zeitgenössische Migrationserfahrungen zu reflektieren.

Am Ausstellungsort, dem Forschungscampus Dahlem, begegnen sich wissenschaftliche Reflexion und gesellschaftliche Debatte: Die seit Jahrzehnten geforderte und diskutierte Umbenennung der umliegenden Straßen mit Bezug zur deutschen Kolonialgeschichte in China zeigt, wie sehr die Auseinandersetzung mit kolonialer Vergangenheit auch das unmittelbare Umfeld und lokale Diskurse prägt.

Eine Ausstellung des Fachbereichs Kultur Steglitz-Zehlendorf in Kooperation mit dem Forschungscampus Dahlem, gefördert mit Mitteln des Bezirkskulturfonds/Unterfonds zur Aufarbeitung der Kolonialgeschichte. Die Kunstwerke wurden 2024 von Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt in Auftrag gegeben.

Veranstalter:
Fachbereich Kultur Steglitz-Zehlendorf
Ansprechpartnerin für die Presse: Dr. Christiana Brennecke, Tel 030-90299-4516, christiana [punkt] brennecke [at] ba-sz [punkt] berlin [punkt] de
www.berlin.de/kultur-steglitz-zehlendorf


19.10.2025 - 21.12.2025
ganztägig

Forschungscampus Dahlem
Lansstraße 8
Berlin


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