Neue Informationsstele erinnert an Erich Fellgiebel und den Widerstand im Nationalsozialismus

General Erich FellgiebelIn der Wrangelstraße 10 in Steglitz ist ein weiterer Ort des Erinnerns sichtbar geworden: Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf hat dort eine neue Informationsstele für Erich Fellgiebel eingeweiht. Fellgiebel, General der Wehrmacht und Mitverschwörer des 20. Juli 1944, lebte von 1938 bis 1942 in diesem Haus. Mit der Stele wird sein Wirken im militärischen Widerstand gegen das NS-Regime an seinem ehemaligen Wohnort gewürdigt – und zugleich ein weiteres Zeichen dafür gesetzt, wie eng große Geschichte und lokale Orte miteinander verwoben sind. Fellgiebel war an oberster Stelle im Dritten Reich die technischen Grundlagen der Nachrichtenübermittlung verantwortlich und im Rahmen des 20. Juli für die Unterbrechung eben jener direkt nach dem Anschlag.

Die neue Tafel ist Teil des regionalgeschichtlichen Informationssystems des Bezirks, das inzwischen mehr als dreißig Stelen umfasst. Sie machen Spaziergänge durch Steglitz-Zehlendorf immer wieder zu kleinen historischen Entdeckungsreisen. Wer stehen bleibt und liest, erfährt nicht nur biografische Daten, sondern auch etwas über die moralischen Entscheidungen, die Menschen in Zeiten politischer Verblendung und Gewalt getroffen haben. Gerade Fellgiebels Rolle im Widerstand erinnert daran, dass Zivilcourage selbst innerhalb staatlicher Machtstrukturen möglich – und notwendig – sein kann.

Bei der Einweihung wurde deutlich, wie sehr Erinnerungskultur auch eine familiäre und emotionale Dimension besitzt. Angehörige Fellgiebels waren anwesend und beteiligten sich an der Enthüllung der Stele. In ihren Beiträgen betonten sie, dass es nicht um Heroisierung gehe, sondern um verantwortungsbewusstes Gedenken. Auch Vertreterinnen aus Politik und Verwaltung nahmen teil, darunter Cerstin Richter-Kotowski sowie Malgorzata Sijbrandij, die die Bedeutung lokaler Erinnerungsorte für die demokratische Kultur des Bezirks hervorhoben.

 

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